Ausstellung in der Galerie
>Technophilosophischen Kunst<
vom 14.Januar 2012 bis zum 25.März 2012 im Schloss Paffendorf
Eine Ausstellung des Künstlers Peter Neunzig
Peter Neunzig, gelernter Maschinenbauingenieur, begann 1982, also vor 30 Jahren mit der Technophilosophischen Kunst.
Die Technophilosophische Kunst ist für Neunzig ein Programm, mit dem er über die Kunst die beiden Weltsichten Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft ins Gespräch bringt.
„Während die Naturwissenschaft uns ermöglicht Verfügungswissen über die Natur zu erlangen, um sie zu beherrschen – sorgt die Geisteswissenschaft für die notwendige Orientierung
– sie erzeugt Orientierungswissen.“, so Neunzig. Beides ist notwendig für den Menschen im 21. Jahrhundert. (Stichwort „Interdisziplinarität)
Technophilosophische Kunst – als eine Art Medium oder Ver-mitt-ler macht diese beiden Denkweisen über visuelle und sprachliche Kommunikation erlebbar. „Kunst „macht nicht nur sichtbar“,
wie Paul Klee sagt, sondern Kunst macht auch uns selbst sichtbar, zeigt wer wir sind. So findet immer auch eine persönliche Auseinandersetzung statt. Dies ist der spirituelle Mehrwert von Kunst.“ (Neunzig)
Neunzig unterscheidet analoges und digitales Werk: Das mittlerweile auf über 350 Bilder angewachsene „analoge“ klassisch mit „Öl auf Leinwand“ gemalte Werk, wird seit 2003 durch das Meta-Werk ergänzt.
Hierbei digitalisierte Neunzig sein komplettes Werk, um es hermetisch über das Computer Programm ‚Photoshop‘ zu bearbeiten. Dieses „Bearbeiten“ bedeutet „Kommunikation“ mit dem ersten analogen Werk.
Der Entstehensprozess basiert auf Rückkopplung - daher nannte er es folgerichtig Meta-Werk – ein Werk was hinter dem eigentlichen ersten Werk steht. Die so entstandenen Meta-Bilder können als Großdruck
auf Alu-Dibond gefertigt werden. Sie unterscheiden sich gewollt schon rein äußerlich vom gemalten Öl-Werk.
Neunzig zieht in seiner Kunst alle Register modernen Denkens und beschäftigt sich mit so unterschiedlichen Themen wie ‚das Unendliche‘, ‚der fraktalen Dimension‘, ‚der Unbestimmtheit der transzendent
irrationalen Zahl Pi‘, ‚der Chaostheorie‘ und dem ‚Goldenen Schnitt‘,‘ der Erkenntnistheorie‘, ‚der Medientheorie‘, der 2000 jährigen Philosophie, usw. Sein Faible für die Philosophie und seine grundlegende
naturwissenschaftliche Ausbildung machen dies möglich.
Eine lohnenswerte Ausstellung, die viele nachdenklich machen wird. „Letztendlich“, so Neunzig, „ist die Moderne gekennzeichnet von einer “Erosion der Gewissheit““. Der Glanz des durch Dürers Selbstportrait
im Jahre 1500 dargestellten Renaissancemenschen, der meint seine Welt beherrschen zu können, ist verblichen. Neunzigs Selbstportrait 500 Jahre später entstanden, zeigt einen zerrissenen, gehetzten und zweifelnden
Menschen. „Da moderne Kunst uns ja zeigen soll, wer wir sind – sind wir dieses Selbstportrait“, so Neunzig.
Kontakt: www.techno-philosophische-kunst.de/